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Junge Union verlangt Stellungnahme zur Scientology-Anzeige im "Bonner Behörden Spiegel"
"Seit dem Beschluß der Innenminister-Konferenz vom Juni 1997 wird die Scientology-Organisation vom Verfassungsschutz überwacht", sagte die Sprecherin für Sektenfragen im Bundesvorstand der Jungen Union Deutschlands, Stephanie Gamm. "Die Anzeige veranlaßt zu der Frage, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Behörden Spiegel und dieser gefährlichen Sekte gibt." Die Sektenführung zwinge die Mitglieder der Organisation, so Gamm weiter, sich einer bedingslosen Hierarchie unterzuordnen. Es spreche deshalb nicht für eine seriöse Zeitung, über eine Anzeige indirekt als Sprachrohr einer solchen Organisation zu dienen. Nach Auffassung der JU arbeitet die Sekte mit Methoden, die mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland unvereinbar sind. "Es ist aberwitzig, daß die Scientology-Anzeige ausgerechnet in dem Monat erscheint, in dem eine Bundestagskommission auf einer USA-Reise nach Untersuchungen und Gesprächen mit Experten und Juristen die Organisation als eine der gefährlichsten international tätigen Sekten bezeichnet hat", so Gamm. Die JU erwartet eine Stellungnahme des Chefredakteurs sowie eine Überprüfung auf Zusammenhänge zwischen der Zeitung und Scientology. Der "Bonner Behörden Spiegel", eine "unabhängige Zeitung für den öffentlichen Dienst", hatte in seiner Februar-Ausgabe (8. Woche) auf Seite B XXI in einer
mehr als viertelseitigen Anzeige für ein Buch des Sektengründers L. Ron Hubbard werben lassen.
[05.03.1998]
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